Wenn Europa seine Werte unter die Räder geraten lässt

Pluralität und Multikulturalität gelten als die wichtigsten Markenzeichen des modernen Europa. Die europäische Elite ist stolz darauf, dass ihre Gesellschaft mit dem Christentum, dem Judentum, der antiken griechischen Philosophie und der neuzeitlichen Aufklärung auf mehreren Säulen fußt. Der Einfluss des Islam des mittelalterlichen Andalusiens war zwar ebenfalls bedeutend, wird aber nur selten für die geistige Entwicklung als wesentlich erwähnt. Noch weniger wird den seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in beträchtlicher Anzahl in Europa lebenden Muslimen ein Beitrag zur humanen Fortentwicklung der Gesellschaft zugestanden. Weiterlesen

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Vier muslimische Großverbände aber nur eine echte religiöse Gemeinschaft

Bei den öffentlichen Debatten um die Berechtigung und Fortsetzung der deutschen Islamkonferenz (DIK) sowie um körperschaftsrechtliche Anerkennung der deutschen Islamverbände wird häufig deren Repräsentanz der Muslime in Zweifel gezogen. Abgesehen von der Tatsache, dass sich anders als im Christentum im Islam Repräsentanz nur schwer an objektiven Mitgliederzahlen messen lässt, da bei Moscheegemeinden keine Gemeindehandbücher mit Namenslisten existieren, ist auch die Zuordnung anhand theologischer Ansichten zu bestimmten Verbänden nahezu nicht möglich. Die meisten Islamverbände sind weniger nach konfessioneller Zugehörigkeit als mehr nach ethnischer Verbindung zu Herkunftsländern von Immigranten strukturiert.
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Wenn Stereotypen die gesellschaftliche Auseinandersetzung ersetzen – von Storchs Forderungskatalog zu Muslimen

Adel verpflichtet! Dieser alte Merksatz gilt in einer egalitären Demokratie längst nicht mehr. Anders als in alten feudalen Zeiten müssen auch Adelige heute einen intellektuellen Reifeprozess durchlaufen, wenn sie sich adäquat an einer demokratischen Debattenkultur beteiligen wollen.
Die AFD-Funktionärin Beatrix von Storch sieht das offensichtlich anders. In Zeiten von alternativen Fakten bei Facebook und Twitter reicht es ihr, mit schlagzeilenträchtigen Forderungen für Aufsehen zu sorgen. Aus der geäußerten Mutmaßung eines ZMD-Funktionärs, dass Muslime, deren Gebetshäuser tätlich angegriffen werden, die Schmierereien an den Wänden hinnehmen müssen und nachhaltig von muslimfeindlichen Parteien drangsaliert werden, sich kaum noch zu „Anti-Terror-Demonstrationen“ motivieren lassen, lässt sich Frau von Storch zu der Schlussfolgerung hinreißen: Für den ZMD stehe Verunglimpfung von Gläubigen mit der Ermordung von Menschen auf einer Stufe.
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Sollten sich Muslime von Terror distanzieren?

Mit dem muslimischen Glauben gerechtfertigte Anschläge beherrschen unsere Nachrichten. Nach jedem größeren Anschlag in Europa wie kürzlich in London und Manchester oder Ende vergangenen Jahres in Berlin kommt die öffentliche Forderung auf, die Muslime müssten sich vom Terror distanzieren. Wenngleich derlei Aufrufe von Politikern, Intellektuellen und anderen Vertretern der Mehrheitsgesellschaft indirekt dem Islam als Religion versus den Muslimen generell eine Nähe zu jenen barbarischen Gewaltakten unterstellen, gelangen diese Aufrufe zuletzt auch von Muslimen selbst an die Öffentlichkeit.
Für jeden Muslim, der seine Religion als gemeinschaftsfördernd und dem Miteinander dienend erlebt hat, muss es schmerzhaft sein, zu erfahren, dass jene hemmungslose Gewalt mit dem Islam zu rechtfertigen gesucht wird. Sich deshalb in die Öffentlichkeit begeben und den Missbrauch der Religion zu brandmarken, mag somit nur berechtigt erscheinen. Dies jedoch mit dem moralisierenden Appell an die „Mainstream-Muslime“ zu verbinden, sie hätten zu lange dazu geschwiegen, verleiht dieser Suche nach Öffentlichkeit einen schalen Beigeschmack.
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Vogelfreie „Faschisten im religiösen Mäntelchen“?

Wenngleich das Verbot der Diskriminierung und der Schutz vor Ausgrenzung aufgrund von Rasse oder Geschlecht zum elementaren Prinzip des deutschen Grundgesetzes gehören und Religionsgemeinschaften nominell sogar einem besonderen Schutz des deutschen Staates unterworfen sind, sehen sich organisierte Muslime derzeit öffentlichen Anfeindungen übelster Art scheinbar schutzlos ausgeliefert. Nicht nur suchen sich Politiker in Wahlkampfzeiten allzu gern mit Maßnahmenpaketen gegen eine tatsächliche oder vermeintliche Gefahr „Islamismus“ zu profilieren, unzählige private Internetblogs haben sich geradezu darauf spezialisiert, Hetze gegen Muslime und ihre Institutionen zu verbreiten. Die islamfeindliche Programmatik von Rechtspopulisten wie der AFD kann sich auf Seiten wie „Politically Incorrect“, „Achse des Guten“ oder „Madrasa of Time“ als kostenlose Werbetrommeln mit Zehntausenden täglicher Nutzer stützen, die ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen, tagaus tagein muslimische Verbandsvertreter pauschal als „Kriminelle“ oder „Terroristen“ verunglimpfen. Weiterlesen

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Terror – ein Synonym für muslimische Gewalt?

Die europäische Gesellschaft ist verunsichert. Gewalttaten auf offener Straße bestimmen die Nachrichten und befürchtete Anschläge die politischen Debatten. Während eine Schießerei auf der Champs-Elysées den französischen Präsidentschaftswahlkampf zum Wettlauf um die strengsten Sicherheitsmaßnahmen degradieren lässt, erregen sich auch kaum sportinteressierte Deutsche über einen Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. Hier wie dort sind die Verursacher für die Öffentlichkeit sogleich gefunden. Die Frage, wie „islamisch gerechtfertigtem Terror“ angemessen begegnet werden könne, bestimmt die Talkshows und Leitartikel. Weiterlesen

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„Muslimischen Antisemitismus im lexikalischen Sinn kann es eigentlich nicht geben“

Interview mit dem stellvertretenden ZMD-Vorsitzenden Mohammed Khallouk zu muslimischen Flüchtlingen und Judenfeindschaft in Deutschland

Mit welchen Problemen sind Flüchtlinge und Immigranten aus der MENA-Region in
Deutschland konfrontiert?

Ein wesentliches Problem ergibt sich durch die hierzulande verbreiteten Negativassoziationen gegenüber dem Islam. Da es sich mutmaßlich um Muslime handelt, wird ihnen von Teilen der deutschen Öffentlichkeit unterstellt, islamisch gerechtfertigten Extremismus, sowie Gewalt und Terror nach Deutschland hineinzutragen und für die deutsche Gesellschaft ein Sicherheitsrisiko darzustellen. Zudem wird ihnen vielfach unterstellt, mit dem deutschen Rechtsstaat unvereinbare Verhaltensweisen wie Zwangsehen oder Ehrenmorde zu praktizieren oder zumindest gutzuheißen. Mit diesen Ressentiments in der Aufnahmegesellschaft einher gehen häufig eine erschwerte Suche nach qualifizierter Arbeit oder geeigneter Wohnung. Dadurch werden die ohnehin mit dem Immigrationsstatus verbundene Belastung durch Kommunikation in einer fremden Sprache sowie Umgang mit einem fremden Verwaltungs- und Rechtssystem durch zusätzliche, nur ihre Immigrantengruppe betreffenden Probleme erhöht.
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