Neuwirths europäische Lesart des Korans – Anerkennung von Authentizität oder Vereinnahmung des islamischen Schrifttums für die jüdisch-christliche Theologie?

Die Berliner Arabistin und Leiterin des Projekts „Corpus Coranicum“ Angelika Neuwirth beansprucht für sich, eine neue Lesart des Korans entdeckt zu haben und weist dem Heiligen Buch des Islam auch eine besondere kulturhistorische Bedeutung für die Entwicklung Europas zu. Mohammed Khallouk setzt sich mit ihrem vielfach als „revolutionär“ gelobten Koranverständnis kritisch auseinander und erkennt darin eine postmoderne Form des europäischen Kulturalismus.
Khallouks Beitrag zu Angelika Neuwirth ist in der ersten Vierteljahresausgabe 2015 von Aufklärung & Kritik erschienen und unter diesem Link zu finden.
http://hpd.de/artikel/11421

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Über mohammedkhallouk

Herzlich Willkommen auf dem Blog von Mohammed Khallouk. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick über meine publizistischen und akademischen Aktivitäten: Ich bin Politologe, Arabist und Islamwissenschaftler. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit dem Verhältnis von Religion und Politik sowie zwischen Westen und Islamischer Welt. Ich habilitiere über die jüdische Minderheit in Marokko an der Universität der Bundeswehr München. Außerdem bin ich Beauftragter für wissenschaftliche Expertise des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD). wissenschaftliches Profil: • 1993-1997 Studium der Arabistik und Islamwissenschaft an der Mohammed V. – Universität Rabat/Marokko • 1999-2003 Studium der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Französisch und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg • 2004-2007 Promotion in Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg • Seit 2009 Habilitation im Bereich Internationale Beziehungen an der Universität der Bundeswehr München • 2008-2011 Lehrbeauftragter im Bereich Politische Theorien und Ideengeschichte an der Philipps-Universität Marburg • 2010-2011 Lehrbeauftragter im Bereich Staat, Religion und Geschichte an der Universität der Bundeswehr München Forschungsschwerpunkte: • Das Verhältnis von Islam und Moderne • Kulturdialog zwischen Westen und Islamischer Welt • Lösungsstrategien zu Konflikten der MENA-Region • Das arabische Judentum in Historie und Gegenwart • Integration der muslimischen Minorität in Deutschland • Der deutsche Mediendiskurs über Islam ausgewählte Beiträge und Publikationen: • Der Nahe Osten am Scheideweg – Haben Israelis und Palästinenser noch eine Chance zu friedlichem Zusammenleben; LIT-Verlag, Münster 2003 • Islamischer Fundamentalismus vor den Toren Europas – Marokko zwischen Rückfall ins Mittelalter und westlicher Modernität, VS Verlag, Wiesbaden 2008 • Die Orientierung am Wort Gottes als Fundament unendlicher menschlicher Kreativität, lamed, Zeitschrift Stiftung Zürcher Lehrhaus, 5 6, Februar 2010 • Franz Rosenzweigs jüdischer Existentialismus als Vorbild für den interreligiösen Dialog, Information Philosophie 2/2010, Mai 2010 • 1001 Fremder im Paradies, Mediterranes 2/2010 • Die deutsche Orientalistik der Gegenwart – Vermittler gesellschaftlicher Erkenntnis oder Instrument wissenschaftlicher Bestätigung islamfeindlicher Ressentiments? Ein Dialog mit Udo Steinbach, Aufklärung & Kritik, Heft 39, Juli 2011 Informationen über meine Lehrveranstaltungen finden Sie auf der Website der Philipps-Universität Marburg http://www.uni-marburg.de/studium und auf der Website der Universität der Bundeswehr München http://www.unibw.de/startseite/ Kontakt: mohammed.khallouk@yahoo.de Die Links in diesem Blog geben nicht die Meinung des Betreibers wieder. Sie werden zu wissenschaftlichen und Informationszwecken publiziert.
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Eine Antwort zu Neuwirths europäische Lesart des Korans – Anerkennung von Authentizität oder Vereinnahmung des islamischen Schrifttums für die jüdisch-christliche Theologie?

  1. R. Schenzle schreibt:

    Der Autor dieser kritischen Rezension ist sich seiner eigenen Voreingenommenheit offensichtlich nicht bewusst. Seiner Voreingenommenheit gegenüber dem Koran als allein dem Islam und den Muslimen zustehendes Gründungsdokument und Offenbarungszeugnis.
    Wer Neuwirths Buch und ihre Thesen hingegen unvoreingenommen liest, wird darin eben keine Fortsetzung neokolonialer und orientatlistischer Koraninterpretation entdecken. Viel mehr vollzieht Neuwirth, was auch muslimische Religionsphilosophen wie Mohammed Arkoun als Dekonstruktion des „fait islamique“, der Vereinnahmung des Korans durch eine traditionsversessene Orthodoxie und Rechtsgelehrsamkeit, und Rekonstruktion des „Fait coranique“, der koranischen Verkündigung in ihrem historischen Horizonte, forderten. In diesem Zusammenhang sind außerdem Gelehrte wie Abdolkarim Sorush, Nasr Hamed Abu Zayd, Fazlur Rahman und Mohamed Talbi zu nennen.
    Ich teile die Kritik, dass sich Neuwirth einseitig einer aus der Bibelwissenschaft abgeleiteten historisch-kritischen Hermeneutik bedient. Ihre Thesen auf diesen Fakt jedoch zu reduzieren, ist stark kurzsichtig und wird ihrem Ansatz nicht gerecht, der vielmehr die strikte Überwindung der ahistorischen Trennung von Islam und Dschahiliya voranbringt, an deren Schwelle der Koran nun einmal zu verorten ist.

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