Bardo ist nicht Charlie Hebdo

Während die Anschläge in Paris im Januar 2015 eine Welle an Massenkundgebungen und Großdemonstrationen in der gesamten westlichen Welt hervorriefen, beschränken sich die westlichen Reaktionen nach dem zwei Monate später verübten Anschlag in Tunis, bei dem erheblich mehr Opfer zu beklagen sind, im Wesentlichen auf Beileidsbekundungen der Staatsführer. Mohammed Khallouk kritisiert dieses „Messen mit zweierlei Maß“, das Muslimen als mutmaßlichen Tätern stets besondere Aufmerksamkeit widmet, das Leiden der Opfer jedoch vielfach erst zum Anlass für Proteste nimmt, wenn es sich um Westler mit islamkritischer Einstellung handelt. Der Artikel wurde am 21.03.2015 bei islam.de veröffentlicht und ist unter diesem Link zu finden:

http://islam.de/26235

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Über mohammedkhallouk

Herzlich Willkommen auf dem Blog von Mohammed Khallouk. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick über meine publizistischen und akademischen Aktivitäten: Ich bin Politologe, Arabist und Islamwissenschaftler. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit dem Verhältnis von Religion und Politik sowie zwischen Westen und Islamischer Welt. Ich habilitiere über die jüdische Minderheit in Marokko an der Universität der Bundeswehr München. Außerdem bin ich Beauftragter für wissenschaftliche Expertise des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD). wissenschaftliches Profil: • 1993-1997 Studium der Arabistik und Islamwissenschaft an der Mohammed V. – Universität Rabat/Marokko • 1999-2003 Studium der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Französisch und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg • 2004-2007 Promotion in Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg • Seit 2009 Habilitation im Bereich Internationale Beziehungen an der Universität der Bundeswehr München • 2008-2011 Lehrbeauftragter im Bereich Politische Theorien und Ideengeschichte an der Philipps-Universität Marburg • 2010-2011 Lehrbeauftragter im Bereich Staat, Religion und Geschichte an der Universität der Bundeswehr München Forschungsschwerpunkte: • Das Verhältnis von Islam und Moderne • Kulturdialog zwischen Westen und Islamischer Welt • Lösungsstrategien zu Konflikten der MENA-Region • Das arabische Judentum in Historie und Gegenwart • Integration der muslimischen Minorität in Deutschland • Der deutsche Mediendiskurs über Islam ausgewählte Beiträge und Publikationen: • Der Nahe Osten am Scheideweg – Haben Israelis und Palästinenser noch eine Chance zu friedlichem Zusammenleben; LIT-Verlag, Münster 2003 • Islamischer Fundamentalismus vor den Toren Europas – Marokko zwischen Rückfall ins Mittelalter und westlicher Modernität, VS Verlag, Wiesbaden 2008 • Die Orientierung am Wort Gottes als Fundament unendlicher menschlicher Kreativität, lamed, Zeitschrift Stiftung Zürcher Lehrhaus, 5 6, Februar 2010 • Franz Rosenzweigs jüdischer Existentialismus als Vorbild für den interreligiösen Dialog, Information Philosophie 2/2010, Mai 2010 • 1001 Fremder im Paradies, Mediterranes 2/2010 • Die deutsche Orientalistik der Gegenwart – Vermittler gesellschaftlicher Erkenntnis oder Instrument wissenschaftlicher Bestätigung islamfeindlicher Ressentiments? Ein Dialog mit Udo Steinbach, Aufklärung & Kritik, Heft 39, Juli 2011 Informationen über meine Lehrveranstaltungen finden Sie auf der Website der Philipps-Universität Marburg http://www.uni-marburg.de/studium und auf der Website der Universität der Bundeswehr München http://www.unibw.de/startseite/ Kontakt: mohammed.khallouk@yahoo.de Die Links in diesem Blog geben nicht die Meinung des Betreibers wieder. Sie werden zu wissenschaftlichen und Informationszwecken publiziert.
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Eine Antwort zu Bardo ist nicht Charlie Hebdo

  1. David schreibt:

    Faszinierend, wie ein naiv und schlicht die Ansichten eines Professors sein können: „Westen“ reagiert auf 2 unterschiedliche Terroranschläge unterschiedlich
    -> Böser Westen will nur die Muslime benachteiligen, menno.

    Ginge es dem Author um Medienkritik, hätte er eigentlich auch Boko Haram als Beispiel heranziehen können: An dem Tag, als 200 Menschen Opfer von Ihnen wurden, war hierzulande das grösste Thema in den Medien: Griechenland Grexit…

    Auch sonst hinkt der Vergleich: ein präzise geführter Anschlag mitten im von Anschlägen und Unruhen relativ verschontem Europa wird selbstredend anders gewichtet als ein „weiterer“ Anschlag in einer instabilen Region, gerade wenn die Täter einer dort verorteten Gruppe angehören, und das sowohl medientechnisch als auch politisch.

    Schlicht ist auch die Schlussfolgerung: Der „Westen“
    [ und hier mixt der Professor die Medien i.A., den Boulevard(!) und „die“ Politiker zu einem monolytischem Block, der einheitlich handelt]
    solle doch bitteschön die Gewichtung aus islamischer Ansicht übernehmen. Damit würde er auch u.U. so manchen islamischen Radikalen den Wind aus den Segeln nehmen.

    Also ich bin ja kein Professor, aber mal abgesehen davon, dass ich keine Lust hätte, jeden Tag nur über Verschwörungstheorien über den Westen und wie schlimm es den Palästinensern es geht zu lesen…
    Es sollte doch eigentlich einleuchten, dass gerade eine solche „Blocksichtweise“ Muslimen nicht hilft; genau wegen so einer Vorgehensweise werden doch Leute, die hier friedlich leben, pauschal mit den Taten irgendwelcher Radikalinskis irgendwo auf dieser Welt als eine einheitliche Gruppe betrachtet?

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